Die Dorf-Akademie schaut über den Tellerrand hinaus – DORFundDU zu Gast im Landkreis Schweinfurt

DORFundDU – Die Dorf-Akademie der LEADER-Region Wetterau/Oberhessen, Vertreten durch Bernd-Uwe Domes und Marius Wetz, wurde zu einem Netzwerktreffen in den Landkreis Schweinfurt eingeladen. Das Ziel: Ein überregionales Netzwerk schaffen, dass sich mit dem Thema der nachhaltigen Innenentwicklung und dem Flächensparen beschäftigt.

Im Landkreis Schweinfurt finden seit 15 Jahren auf den unterschiedlichsten Ebenen zahlreiche Aktivitäten zum Thema Innenentwicklung und Flächensparen statt. Obwohl der Landkreis und die Kommunen bzw. die bestehenden Allianzen hier gegenüber vielen anderen Regionen und Gebietskörperschaften eine Vorreiterrolle einnehmen, ist die konsequente Umsetzung einer umfassenden Innenentwicklungsstrategie noch nicht ausreichender Bestandteil der Siedlungsentwicklung. Nach wie vor ist der Druck auf die kommunalen Gremien, neue Bauplätze zu schaffen, ungebrochen hoch und dem Bauen oder Sanieren im Bestand kommt noch eine geringe Bedeutung zu.

Aus diesem Grund initiierte der Landkreis im Jahr 2019 das Projekt „Neue Wege der Innenentwicklung denken und gehen“. Damit soll das Thema Innenentwicklung dauerhaft als strategische Aufgabe im Landkreis Schweinfurt etabliert werden. Die Strategie soll auf den Ebenen Kommunen, Kommunalallianzen (ILE-Regionen) und Landkreis gleichermaßen greifen und die wesentlichen Akteurinnen und Akteure aus Verwaltung, Politik, Bürgerschaft und weiterer Kreise wie Baufachleute umfassen. Ziel ist es, das Handeln strategisch und synergetisch auf Flächensparen und Innenentwicklung auszurichten. Die Strategie besteht aus mehreren Bausteinen, die ineinandergreifen und eine langfristige Unterstützungs- und Organisationsstruktur sowie einen Imagewandel der Innenentwicklung zum Ziel haben. Einer der Bausteine ist die Knüpfung eines starken Netzwerks.

Mitte Oktober fand zu dieser Thematik ein Vernetzungstreffen des Regionalmanagements – vertreten durch Sachgebietsleiter Herrn Ulfert Frey, Regionalmanager David Wald und Projektmitarbeiterin Ursula Schmidt – mit den Vertreterinnen und Vertretern der im Rahmen des Projekts betrachteten Vergleichsregionen Wetterau im hessischen Regierungsbezirk Darmstadt und Donau-Ries im Regierungsbezirk Schwaben statt.

Zu Besuch waren Herr Bernd-Uwe Domes, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Wetterau GmbH zusammen mit seinem Mitarbeiter Marius Wetz, der die Dorf-Akademie koordiniert. Der Wetteraukreis setzt mit dem Forschungsprojekt „Dorf und Du“ auf die Qualifizierung von Ehrenamtlichen. Mit der Dorf-Akademie wurde eine Impuls- und Austauschplattform zur Unterstützung eines Buttom-Up-Prozesses zur Innenentwicklung und Stärkung der regionalen Identität aufgebaut. Neben regelmäßigen Vorträgen finden z. B. auch Ortsspaziergänge statt, die der Bevölkerung den Blick für regionale Baukultur näherbringen. Flankiert werden die Bemühungen vom „Kompetenznetzwerk Innenentwicklung“, das beim Landratsamt Wetterau in der Kreisstadt Friedberg angesiedelt ist.

Frau Barbara Wunder, Konversionsmanagerin des Landkreises Donau-Ries unterstützt die Kommunen aktiv dabei, Leerstände und Brachen zukunftsorientiert zu entwickeln und damit die Flächeninanspruchnahme zu beschränken. Die Publikation „Ortskern aktiv!“ dient als Leitfaden für die Kommunen. Mit dem geförderten Projekt „Zukunftsland Donau-Ries“ wird ein Innenentwicklungsportal, runde Tische und ein Podcast zur Stärkung und Sensibilisierung für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung aufgebaut.

Beim Treffen wurden die Möglichkeiten für eine übergreifende Zusammenarbeit ausgelotet. Auf besonderes Interesse stießen die bestehenden Förderprogramme im Landkreis Schweinfurt. Um die Attraktivität von Sanierungen im Altortbereich zu erhöhen, wurde 2018 die Förderung von Abriss- und Entsorgungsmaßnahmen eingeführt. Sie beträgt maximal 10.000 Euro bei einem Fördersatz von bis zu 20 Prozent. Zuvor ist eine kostenfreie Erstbauberatung verpflichtend, um nachhaltige Gestaltungsmöglichkeiten auszuloten. Hierzu werden Beratungsgutscheine für bis zu fünf Stunden im Wert von 500 Euro ausgegeben, die über das LEADER-Programm gefördert werden.

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass die Vernetzung für alle Regionen von großem Gewinn sei.

Flächensparen bleibt ein wichtiges Zukunftsthema, das vor allem unter dem Gesichtspunkt des anhaltend starken Siedlungsdrucks kontinuierlich weiterentwickelt werden muss.

Bild: Melanie Bosbach (Landkreis Schweinfurt)