Entwicklung kommt von innen

Bürger-Befragung von der Uni Gießen startet Anfang September

Beschreibung

Die Befragung der Bürger in den Modellstadtteilen zu Eigentümerstandort-gemeinschaften startet Anfang September

Bereits seit Mitte des letzten Jahres läuft das BMBF Forschungsvorhaben „Kommunen innovativ – Regionalstrategie Ortsinnenentwicklung in der LEADER-Region Wetterau/Oberhessen“. Nun bereitet Frau Melanie Geier von der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU Gießen) zusammen mit sieben Studentinnen und Studenten eine groß angelegte Bürger-Befragung zu Eigentümerstandort-gemeinschaften in den Modellstadtteilen vor.

In den Modellkommunen Butzbach, Nidda und Ortenberg werden verschiedene Themen der Ortsinnenentwicklung betrachtet. Dazu zählt beispielsweise die Beschäftigung mit jetzigem und potentiellem Leerstand, die Nutzung von Bau- lücken und die Betrachtung der Ortsdurchfahrten. „Das Projekt hat uns bereits viele interessante Erkenntnisse geliefert. Nun gilt es aber durch eine quantitative Befragung noch näher an die Bewohner der Region heranzutreten, um auch mengenmäßig Forschungsergebnisse zu erzeugen“, so Melanie Geier, Doktor- andin am Institut für Geographie der JLU Gießen. Sie ist zusammen mit Herrn Prof. Dr. Diller verantwortlich für die Durchführung der Forschung im Vorhaben.

Das Thema der Eigentümergemeinschaften für private Gebäude bzw. Grundstücke ist ein weiterer Schwerpunkt im Vorhaben und wird nun durch eine Bürger-Befragung untersucht. Mittels eines Fragebogens soll herausgefunden werden, wie die Menschen ihren Ort wahrnehmen, ob es Potential zur Verbesserung des Ortsbildes gibt und inwieweit Bereitschaft bei Bürgern bzw. Eigentümern von Grundstücken und Gebäuden besteht, den Ort kollektiv aufzuwerten. Dieser Zusammenschluss von Gebäudeeigentümern und Bewohnern wird als Village-Improvement-District (VID) bezeichnet (deutsch: Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern zur Umsetzung von Maßnahmen zum Erhalt und zur Verbesserung des Ortskerns und Ortsbildes). „Die Befragung ist Teil einer Machbarkeitsstudie, niemand muss befürchten, dass etwas gegen seinen Willen geschieht, es geht darum ein breites Meinungsbild zu erzeugen und die Situation zu beschreiben“, erklärt Geier.

Der Zeitraum der Befragung ist der 02. bis 30. September 2017. Die Untersuchungsgebiete wurden vorab nach bestimmten Kriterien festgelegt. So wurden die Areale rund um den „Ortskern“ ausgewählt, auch die Nähe der Grundstücke zur Ortsdurchfahrt wurde berücksichtigt. Die Hauptverkehrsstraße (Ortsdurchfahrt) spielt bei der Befragung thematisch eine wichtige Rolle, denn viele Problemlagen (z.B. Leerstände) in den Stadtteilen können an den Ortsdurchfahrten gefunden werden. Insgesamt werden rund 1200 Haushalte aus den drei Kommunen Butzbach (Stadtteile Fauerbach und Hoch-Weisel), Nidda (Stadtteile Ulfa und Ober-Schmitten) und Ortenberg (Stadtteile Selters und Gelnhaar) durch die Studierenden der JLU (Fotos) vor Ort befragt. „Ich finde das Forschungsprojekt „Dorf und Du“ wirklich spannend und freue mich schon auf die Befragung und den Kontakt mit den Menschen vor Ort“, berichtet Lisa Zirbes, studentische Hilfskraft an der JLU.

„Um die Studierenden zu erkennen, werden diese Interviewerausweise tragen. Die Befragung soll für die Bürgerinnen und Bürger zudem bequem gestaltet werden. Deswegen bringen die Studierenden den übersichtlichen Fragebogen mit und füllen diesen gerne gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern aus. Zur Beantwortung des Fragebogens benötigt man rund 10 Minuten“, sagt Melanie Geier, die sich durch die Untersuchung auch Erkenntnisse für ihre laufende Doktorarbeit erhofft. Selbstverständlich wird die Teilnahme an der Untersuchung anonymisiert. Es werden keine Ergebnisse auf einzelne Personen oder Adressen zurückzuführen sein. Die Erkenntnisse aus der Befragung werden den Bürgerinnen und Bürgern natürlich im weiteren Verlauf des Projekts mitgeteilt.

Details

  • Datum August 23, 2017
  • Tags Archiv
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