Entwicklung kommt von innen

Gelnhaar: Viele Ideen der Ortsinnenentwicklung vorgestellt

Beschreibung

Auf der vierten Bürgerwerkstatt im Rahmen des Forschungsvorhabens DORF UND DU diskutierten Bürgerinnen und Bürger mit Experten über vielfältige Vorschläge der Ortsinnenentwicklung. Im Fokus standen die Möglichkeiten der Weiterentwicklung des sanierungsbedürftigen Bürgerhauses, die Aktivierung privater Baulücken, Ideen zur Neugestaltung der Ortsmitte und vieles mehr.

Bürgermeisterin Ulrike-Pfeiffer-Pantring und Ortsvorsteher Olaf Kromm begrüßten die rund 35 Anwesenden zur vierten Bürgerwerkstatt. Vor knapp einem Jahr starteten die Arbeiten in Gelnhaar im Rahmen des Forschungsvorhabens DORF UND DU mit einer Ortsbegehung und der ersten Bürgerwerkstatt. Viele Bürger haben sich in dieser Zeit eingebracht und gemeinsam mit dem IfR Institut für Regionalmanagement, dem Architekten Rainer Tropp sowie der Stadtverwaltung Ortenberg Ideen für Gelnhaar mit Blick auf die Ortsinnenentwicklung entwickelt. „Ich bin gespannt, was uns heute präsentiert wird“, so Olaf Kromm.

Gelnhaar – ein Dorf mit Weitblick, so formulierte Caroline Seibert (IfR), die durch den Abend führte, die Vision mit Blickpunkt auf das Jahr 2030. Weitblick im räumlichen wie auch im übertragenen Sinne.

Der Maßnahmenkatalog Ortsinnenentwicklung schlägt einen ganzen Strauß an Maßnahmen vor. Ein Beispiel ist die gezielte Ansprache von Eigentümern von Baulücken. Hierbei gilt es, mehr über die Interessenlagen und Verkaufsbereitschaft der Eigentümer zu erfahren. Denn mit der Aktivierung von Baulücken kann relativ kurzfristig neuer Wohnraum geschaffen werden, was auch zum Erhalt der Infrastruktur wie der Kita Purzelbaum und zum Werterhalt vorhandener Immobilien beiträgt. Schwieriger ist es bei anderen, in Gelnhaar ebenfalls noch vorhandenen Flächenpotenzialen. Sie können nur unter Mitwirkung der Eigentümer entwickelt werden, teilweise ist auch eine Neuordnung und Erschließung der Grundstücke notwendig. Sie stehen daher, wenn überhaupt, erst mittelfristig zur Verfügung. „Trotzdem müssen wir hier auch weit denken und Visionen für diese Potenzialflächen entwickeln“, so Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring.

Im Fokus der Diskussionen des Abends stand die Frage des Umgangs mit dem sanierungsbedürftigen Bürgerhaus in Gelnhaar. Ziel muss die kostendeckende Nutzung des Bürgerhauses sein. Hier zeichneten die Experten ein großes Bild, das in direkter Nachbarschaft den Neubau kleiner barrierefreier Wohnungen sowie eine Wanderherberge vorsehen. Auch die Angliederung einer zweigruppigen Kita bei Verlagerung des Standortes der heutigen Kita Purzelbaum wäre nach neuesten Überlegungen möglich. Alle Nutzungen könnten zentral im Bürgerhaus verwaltet werden, mit gastronomischen Angebot für Senioren, Kinder und Herbergsbesucher. Zusätzlich könnten Synergien durch eine zentrale Heiz- und Warmwasserversorgung genutzt werden.


„Wenngleich wir groß denken müssen, so handelt es sich doch um ein additives Konzept. Gelnhaar muss hierbei mit einem Leuchtturm beginnen und zeigen, was möglich ist. Dies zieht weitere Investitionen nach sich – so Rainer Tropp. Ein solcher Leuchtturm könnte das Bürgerhaus mit einem gastronomischen Angebot sein.
In der Diskussion wurde auch deutlich, dass es ohne Fördermittel und das Engagement der Gelnhäarer nicht gehen wird. „Gelnhaar muss eine solche Entwicklung wirklich wollen und sich auch aktiv dafür einsetzen. Dass so etwas funktionieren kann, zeigt die Entwicklung im Energiedorf Bergheim. – so Ulrike Pfeiffer-Pantring. Die Gründung eines Bürgervereins oder zunächst einer Arbeitsgruppe in Gelnhaar, die diesen Prozess begleitet, könnte ein solcher Weg sein.
Weitere Themen des bunten Abends waren bspw. ein Test-Entwurf für zeitgemäßes Bauen in der Ortslage, die Umgestaltung der Ortsmitte, die Reduzierung von Barrieren im öffentlichen Raum oder auch die Möglichkeiten der stärkeren Einbindung von Neubürgern durch die Erstellung einer Neubürgerbroschüre und ihre gezielte Ansprache durch Mitglieder des Ortsbeirates.

Kerstin Quaiser, Projektsteuerung Stadt Butzbach wies gegen Ende der Veranstaltung nochmals auf den Wettbewerb „Mein liebster Ort, meine liebste Aktion“ hin. Die Beiträge können auf der Seite www.dorfunddu.de eingesehen werden.
Olaf Kromm beschloss den Abend und bedankte sich bei Allen für ihre Ideen.

Details

  • Datum Oktober 6, 2017
  • Tags Presse
nach oben