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Mein liebster Ort: Neubau eines öffentlichen Backhauses in Stornfels

Beschreibung

Mein liebster Ort: Neubau eines öffentlichen Backhauses in Nidda Stornfels

Kurzbeschreibung: Der Stammtisch Stirwelser Tafelrunde e.V. baute in Eigenleistung und mit ehrenamtlichen Helfern ein öffentliches Backhaus
Kontakt: Stammtisch Stirwelser Tafelrunde e.V. , Ansprechpartner Mario Schneider
Ort: Nidda Stornfels
Zeitraum: seit 2011

Die „Stirwelser Tafelrunde“ beschreibt ihren liebsten Ort „Stornfelser Backhaus“

Der Stammtisch Stirwelser Tafelrunde e.V. baute in Eigenleistung und mit ehrenamtlichen Helfern ein öffentliches Backhaus in Stornfels. Im Juni 2017 wurde es in Betrieb genommen.

Schon in den 1960er Jahren hatte Stornfels, wie viele andere Dörfer auch, ein öffentliches Backhaus, welches von den Bürgerinnen und Bürgern zum Backen des eigenen Brotes genutzt wurde. Ebenso wurde wie heute auch, bei den beliebten Backhausfesten leckere Kuchen oder Zwiebelplatz hergestellt. Recherchen zufolge gab es in Stornfels sogar zwei Backhäuser. Beide wurden in den 1960er Jahren abgerissen, da sie durch den Einzug der modernen Einbauküche mit Elektroherd in die Wohnhäuser und den Bäckereifilialen überflüssig wurden. An einem Standort des damaligen Backhauses in Stornfels wurde das Feuerwehrgerätehaus errichtet.
Im Rahmen der Dorferneuerung Stornfels 1988 bis 1996 wurde die Idee zur Errichtung eines neuen öffentlichen Backhauses noch nicht verfolgt.

2011 hatte der Stammtisch Stirwelser Tafelrunde e.V. nunmehr den Grundgedanken, wieder ein öffentliches Backhaus zu errichten. Der Verein sprach mit der Verwaltung und begann in Eigenleistung das Backhaus zu errichten.

Alle Leistungen, von der Planung, über die Abstimmung mit Behörden sowie der eigentlichen Herstellung des Gebäudes vom Fundament bis zum Dach erfolgten komplett in Eigenleistung des sieben köpfigen Stammtisches und einigen weiteren ehrenamtlichen Helfern. Ebenso erfolgte die Herstellung des Ofens komplett in Eigenleistung mit Hilfe eines ehrenamtlich tätigen Maurermeisters. Alle Helfer leisteten fast 2.000 Stunden.

Das Projekt finanziert sich durch Eigenmittel des Stammtischvereins, aus Materialspenden von umliegenden Baustoffhändlern sowie Geldspenden der ortsansässigen Vereine. Weiterhin werden seit der Einführung des Stadtteilbudgets 2013 Mittel hieraus in Abstimmung mit dem Ortsbeirat verwendet.

Vorher: Der Platz hinter der Kirche, auf dem das Backhaus nun steht.

Nachher: Das neu gebaute Backhaus.

Beschreibung des Neubaus

Idee zum Backhaus 2011
2011 hatte der Stammtisch Stirwelser Tafelrunde e.V. nunmehr den Grundgedanken, wieder ein öffentliches Backhaus zu errichten. Erste Gespräche mit der Stadtverwaltung fanden statt. Es galt zunächst gemeinsam einen geeigneten Standort zu finden. Die Beteiligten der Stadtverwaltung und die Mitglieder des Stammtisches einigten sich auf die öffentliche Fläche hinter der Bushaltestelle bzw. an der Auffahrt zur Kirche hin und es wurden daraufhin die Formalien mit der Verwaltung festgelegt.

Der Bagger rollt an 2012
Im darauffolgenden Jahr wurden in Eigenleistung die Unterlagen für den Bauantrag erstellt. Im September wurde dieser beim Kreisbauamt eingereicht. Bereits Ende November 2012 konnte dann der Bagger anrollen und es konnte mit den Erdarbeiten für Fundamente und Bodenplatte begonnen werden.

Richtfest 2014
Die Bodenplatte wurde im Mai 2013 gegossen. In den Monaten darauf wurde das Gebäude hochgezogen. Die Mauersteine hierzu wurden größtenteils aus Restbeständen des ehemaligen Betonsteinwerkes Kahle im Stadtteil Harb erworben.

Im Spätsommer 2013 wurde der Dachstuhl einschließlich Dacheindeckung und Entwässerung errichtet. Am 17.01.2014 wurde mit allen Helfern Richtfest gefeiert. 

Erste Anheizversuche 2015 bis 2016
In den darauffolgenden Jahren 2015 und 2016 galt es, sich dem Herzstück des Backhauses – dem Backofen – zu widmen. Dieser sollte fachgerecht in Schamottebauweise erstellt werden, da sich dieser Baustoff zur Wärmeaufnahme und -speicherung bestens erwiesen hat. Natürlich sollte der Backofen traditionell mit Holz angefeuert und beheizt werden. Hierzu wurden in den umliegenden Dörfern nahezu alle Backhäuser besichtigt. Es wurden intensive Gespräche mit den jeweiligen Betreibern geführt und Informationen eingeholt. Die geeigneten Schamottesteine wurden teilweise im eigenen PKW und Anhänger bis im 200 Kilometer entfernten Heilbronn abgeholt.

Bei den Ofenbauarbeiten war fortlaufend der Bezirksschornsteinfeger eingebunden, da dieser letztlich den Ofen bzw. die Feuerstätte abnehmen musste, damit sie in Betrieb gehen konnte.

Die 230 kW starke Feuerstätte wurde mangelfrei einschließlich aller Ofenzüge und Abgasrohre vom Bezirksschornsteinfeger abgenommen und es konnten erste Anheizversuche gestartet werden. Diese mussten zunächst langsam erfolgen, da der Ofen Schritt für Schritt eingeheizt werden musste, um keine Schäden am Ofen zu bekommen. Aufgrund der hervorragenden Dämmeigenschaften der Schamottesteine und der darauf befindlichen Lehmschicht hält der Ofen due Hitze sehr gut und es können mehrere Backvorgänge ohne Zwischenheizen durchgeführt werden.

Zwischenzeitlich erfolgte die Elektroinstallation sowie der Innen- und Außenputz. Weiterhin wurden die Tür und Holzläden hergestellt und angebracht. Ebenso wurde die Ofenfront mit Fliesen verkleidet und es wurden Regale im Vorraum angebracht.


Betrieb des Backhauses 2017
Am Samstag, dem 24. Juni 2017 war es endlich so weit und das neu errichtete öffentliche Backhaus ging in Betrieb. Am Tag zuvor wurde der Backofen angeheizt und der Teig für die Brote wurde vorbereitet. Gegen Mittag hatte der Ofen die richtige Temperatur und die ersten 50 Brote konnten von unserem Bäcker eingeschossen werden. Nach etwas einer Stunde waren die Brote fertig und die zweite Ladung konnte folgen.

Es wurden insgesamt 100 Brote gebacken, welche anschließend von den Stornfelser Bürgerinnen und Bürgern nahezu komplett erworben wurden. Somit war das erste Backen – abgesehen von ein paar Borten, die etwas zu dunkel geraten sind, ein großer Erfolg und wurde sehr gut angenommen.

Die Kosten belaufen sich bislang auf 15.000 Euro. Diese Kosten beinhalten lediglich Materialen. Bei einem Stundensatz von lediglich 25 Euro kämen somit rd. 50.000 Euro Lohnkosten hinzu. Aufgrund der finanziell begrenzten Mittel zieht sich der Bau des Backhauses auf mehrere Jahre hin. Wir befinden uns nun jedoch auf der Zielgeraden und es ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Im Juni 2017 wurde das Backhaus in Betrieb genommen. In den kommenden Monaten soll abschließend die Außenanlage hergestellt werden.

 

Details

  • Datum August 14, 2017
  • Tags Beiträge
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